Zusammen ist man weniger allein

„Die fabelhafte Welt der Amélie“ – wer fand sie nicht fabelhaft? Gibt es überhaupt jemanden, bei dem Amélie nicht ganz oben auf der Liste der Lieblingsfilme stand? Ich fand Amélie nicht unbedingt fabelhaft, so doch aber sehr rührend – muss allerdings gestehen, dass ich mir dieses Urteil erst nach dem vierten (!!!) Anlauf erlauben durfte. Viermal saß ich – gemütlich mit einem Glas Rotwein, der Liebste ausgeflogen – auf der Couch …. und viermal befand ich mich spätestens nach einer halben Stunde in süßen Träumen. Eingepennt beim Lieblingsfilm von 99 % der Menschen auf diesem Planeten.

Seit ein paar Wochen stand nun leihweise das Buch „Zusammen ist man weniger allein“ in meinem Billie-Regal. Ihr wisst schon, das Buch welches zur Zeit in allen Bestseller-Regalen, Buchtipps und bei „Unsere Besten“ in der Mayerschen zu finden ist. Und natürlich gleich im Eingangsbereich auf den Auslagetischen. Hinten auf dem Einband steht ganz groß folgender Satz: „Dieser Roman ist  wie >>Die fabelhafte Welt der Amélie<<, nur noch schöner.“  Das machte mir Angst. Katja hatte mir das Buch wärmstens empfohlen. Amélie hatten mir auch so viele empfohlen.

Vorgestern hab ich mich dann rangetraut. Seitdem ruht ein verklärtes, entzücktes, gerührtes Lächeln auf meinem Gesicht, sobald ich die Nase reinstecke. Die Geschichte um die magersüchtige Camille, das stotternde Geschichte-Genie Philibert und den ungehobelten Koch Franck ist herzallerliebst. Letzte Nacht bzw. heute morgen musste ich mir erklären lassen, dass die Nachttischlampe zu hell ist, um an meiner Seite schlafen zu können – und nur höchst ungern sank mein Kopf ins Kissen … und mit Schifferklavierklängen à la Amélie im Ohr schlief ich ein.

Alter Ego

Wie sehe ich mich denn? Nun, Nicki, die Frage war tückisch … du schickst ein Mädchen zu meez.com und erwartest ernsthaft, da ein schnelles und brauchbares Ergebnis zu finden? Haare lang? Vielleicht mal Rastas? Sieht Rock vielleicht doch besser aus als Hose? Und bin ich gerne so wie ich bin? Oder doch lieber die Prinzessin auf der Erbse? Die schiere Tausendfaltigkeit der Möglichkeiten erschlug mich … und ich weiß warum man mich noch nicht bei Second Life sah – es gäbe sicherlich mindestens 5 Persönlichkeiten um die ich mich kümmern müsste – und wie sollte das gehen, wenn ich mich schon bei einer nicht entscheiden kann?

Bloß gut gibt’s mich im Real Life fix und fertig und alles andere ist nur Beiwerk zum Essentiellen … et voilà! Nun, ich hab mich bei meiner Meez weitgehend an der Realität festgehalten – den transzendentalen Schwebezustand verdanke ich einem ganz und gar entspannenden Tag in den Claudius-Thermen.

Frühlingsgefühle

War das ein schöner Anblick heute morgen … wach werden und in strahlend blauen Himmel ohne auch nur die Spur von Wölkchen zu blicken. Vor meinem geistigen Auge entfalteten sich die gestern erst gesteckten Blumenzwiebeln im Zeitraffer zu einem Blütenmeer, und hätte nicht der doch noch recht kühle Luftzug durch’s Fenster das Bild mit den Blümchen wieder weggepustet, hätte ich auf der Stelle den Frühstückstisch auf dem Balkon gedeckt.

Jetzt sitz ich hier auf meinem Sofa – hustend und schniefend – ergötze mich an meinen Primeln und freu mich auf den Frühling, vor allem auf:

– Frühstück auf dem Balkon
– warme Hände und Füße
– Sommersprossen
– meine roten Ballerinas
– lange helle Abende
– Biergärten
– Erdbeeren
– grüne Wiesen
– unsere 2×2-Meter-Bettdecke
– bunt statt schwarz
– riechen statt schniefen
– warmen Regen

Und während der Wetterbericht überzeugt vom nahenden Wieder-Winter-Einbruch berichtet, frag ich mich, wie hoch die Fehlerquote des Deutschen Wetterdienstes gleich noch mal war???

Tanz auf dem Vulkan

Es brodelt mächtig, die Zeit wird immer knapper, das Herze bubbert – und kurz zuvor dann der Adrenalin-Schub.

So fühlt man sich vor einem Date. Oder vor einer Prüfung. Im schlimmsten Fall wünscht man sich hinterher, es wäre alles anders gelaufen. Im besten Fall wartet das nächste Level. Und dann gibt es noch die Ungewissheit dazwischen. Man sitzt tagelang vor dem Telefon – oder vor der Klausurergebnisliste. Und mit jedem Tag sinkt die Zuversicht ein bisschen mehr…

Und jetzt? Statt der ersehnten Shopping-Tour plündert Miez die Apotheke, und statt Sekt gibt’s Hustensaft. Hat auch Alkohol. Prost …