Durchtanzte Nächte

Lang, lang ist’s her … Zur besten Schlafenszeit haben wir vor dem Spiegel im Badezimmer gestanden, uns aufgebrezelt, Kleingeld zusammengekramt, den Autoschlüssel gesucht … und wenn die Uhr zwölfmal schlug und die Eltern den Wecker gestellt haben, fuhren wir in die Stadt, meist nach DD. In Kellern, Industriegeländen, alten Bahnhofsgebäuden verbrachten wir die Nächte, tanzten bis der Morgen graute …

Diese Morgen waren die schönsten, wenn das Vogelgezwitscher begann und die Bässe im Kopf ablöste, die Sonne träge hinter dem Horizont aufwachte und die Kälte der Nacht unter ihr dahinschmolz. In die Kissen fallen mit einem glücklichen Gefühl.

Ich halte mich oft für zu alt, solche Nächte noch einmal zu erleben. Aber ich habe festgestellt: Sie sind immer noch genau so schön …

Was auf die Nase …

Stampfende Beats und Bumm-bumm-Musik zählen schon länger nicht mehr zu meinem Musikgeschmack.  Ganz im Gegenteil, stumpfer Techno wird weitestgehend gemieden. Doch ein- bis zweimal pro Woche hüpfe ich nun wieder zu 160 bpm wie eine völlig Verrückte, boxe, kicke, punche, begebe mich in die Trance der Bewegungen …. und es ist sooooo schön! Da wird die eigene Person im Spiegel in Gedanken zu den unangenehmen Zeitgenossen des vergangenen Tages, da entsteht ein Hochgefühl, wenn alle synchron den eigenen Schatten „vermöbeln“, und ich fühle mich völlig glücklich, wenn ich nach der Stunde unter der Dusche mein Herz wieder auf Normalgeschwindigkeit bringe.

Habe TaeBo wieder entdeckt und werde so hoffentlich ausgeglichen durch die Magisterzeit kommen.