Gedanken beim Brautstraußwurf

Hm, will ich den fangen? Klar, jede Frau will einmal im Leben einen Brautstrauß fangen, das ist ja so was von romantisch!

Eigentlich will ich doch noch gar nicht heiraten … will mich noch nicht fest binden. Steh ich zu weit vorn? Zu weit hinten? Was für eine Werferin ist die Braut eigentlich? Wirft sie ihr Meisterwerk mit Bedacht? Oder will sie auf keinen Fall den Strauß zwei Meter vor der gierenden Meute aufkommen lassen? Ach shit, eigentlich will ich ihn ja doch fangen … wo muss ich denn da hin? Vor? Hinter?

Oha, nein, bloß nicht, dann drängen mir ja alle förmlich auf, dass wir als nächstes dran sind mit dem Traualtar, das geht ja gar nicht! (nachdenklicher Blick zu ihm) Hm, was würde er sagen, wenn ich den Strauß fange?

Aber nach fast 8 Jahren Beziehung muss man vielleicht den Anstoß kriegen, dass es jetzt Zeit ist für den nächsten Schritt – und wenn’s durch einen Brautstrauß sein muss, dann muss es eben durch einen Brautstrauß sein!

Wann war noch mal die nächste Hochzeit? Wie viele Male werde ich wieder die Möglichkeit haben, einen Brautstrauß zu fangen?

Oh, alle in Position. Jetzt los mit frischem Mut, den krieg ich!

Nein, ich duck mich weg. Warum musste ich mich denn so weit vorn hinstellen? Wirf ihn nicht zu mir, bittebitte, bloß nicht zu mir! – Doch, hierher bittebitte!

(Die Braut wirft, der Strauß fliegt geradewegs auf Katja zu, die sowieso in 6 Wochen den Ring an den Finger gesteckt bekommt.)

Mist!

Püh, grad noch mal Glück gehabt! Wie schön für Katja!

Oha, der Strauß findet also doch immer die Richtige!

Wieviele unverheiratete Mädels sind wir bei der nächsten Hochzeitsfeier? Eins … zwei … drei, na das wird ja spannend. Oh, shit, eine davon ist Handballerin!