Islands Weiten

In einem kurzen Moment, in dem die Urinstinkte ausnahmsweise einmal hellwach waren, führte mein Weg heut morgen direkt nach dem Frühstück direkt zum CD-Regal. Und ganz fix hatte ich sie, die weiße Papphülle, schmaler als die ebenfalls weißen Papphüllen von Café del Mar und 2Raum-Wohnung und so ner Argentino-Elektro-Musik. Auf der weißen Hülle schwarze Skizzen gekritzelt, und der simple Name der Dame: Björk.

Wie konnte ich nur vergessen, was für eine beruhigende Wirkung Björks Musik hat? Schließlich hat sie mich in der Zeit rund um mein Abitur schon einmal eingelullt, breitete sie die alles andere dämpfende Decke über mich. 10 Jahre ist das jetzt her, und die Musik hat immer noch diese Eindringlichkeit für mich. Ja, ich gebe zu, dass Björk nicht immer geht. Dass ihre Stimme manchmal unerträglich plärrend ist. Und dass diese reine Singsang-Platte nie in mein CD-Regal wandern wird. Die Musik eigenartig und schroff aber dennoch irgendwie sehr melodisch, ganz wie Island.

Björk hat mich fasziniert, seit ein Kumpel von mir während meiner Geburtstagsparty (ich glaube ich bin 18 geworden damals) unbedingt vor dem Fernseher meiner Eltern sitzen musste und eine Björk-Island-Reportage auf Videokassette aufnehmen wollte. Seitdem will ich unbedingt auch einmal nach Island reisen. (Irgendwann einmal, wenn mir nicht nach Sonne und Wärme und südostasiatisches Backpackerfeeling zum Relaxen ist.)  Viele Erinnerungen werden wach, komischerweise aber keine bei denen man vergangenen Tagen nachweint. Weil sie einfach nur schön und nicht wehmütig sind. Genauso wie die Musik

Naja, jetzt dudelt sie wieder aus den schicken neuen Boxen hier neben mir. Während ich Magisterarbeit schreibe.

Eine schöne Woche allerseits!

Glattgeschliffen

Eine wunderbare Sache ist das, nun endlich eine Fundgrube für spontane Film-Gelüste auch nachts und sonntags zu haben – und das direkt um die Ecke! Und wenn man sich dann noch vom warmgekuschelten Sofa aufrappeln kann und die DVD zurückbringt, ist diese 24-h-Videothek unschlagbar günstig (zumindestens was den legalen Beschaffungsweg betrifft).

Bei der Anmeldung ergab sich allerdings ein kleines organisatorisches Problem: Ich habe keinen Fingerabdruck!!! Zumindestens konnte der Scanner meinen Finger nicht lesen. Den Daumen nicht, den Zeigefinger nicht, den Mittelfinger nicht … hey, habe ich vielleicht meinen Beruf verfehlt und nun meine Berufung entdeckt??? Was machen die mit mir, wenn ich wider Erwarten doch mal in die Staaten will? Nun ja, über meine Fingerkuppen ziehen sich schon sichtbar die typischen Rillen, wenn auch von kindlichen Malträtionen mit der Gitarre nicht mehr ganz so prägnant … irgendwann waren meine winterkalten Fingerchen dann auch ganz warm, als der Automat endlich sagte: ANMELDUNG abgeschlossen. Was hätte ich noch für eine Chance gehabt – den großen Zeh auszupacken???

Das nächste Mal stellte mir dann eine neue Herausforderung: Welcher Finger war es, der letztenendes eingescannt wurde? Ich wusste noch, dass es entweder der Daumen, der Zeigefinger oder der Ringfinger war – aber auf welcher Seite? Wieder brauchte das Gerät eine Ewigkeit … und natürlich war ich letztenendes so erleichtert, schnell den Film wählen zu können, den ich wollte und auf den sich das nervige Paar neben mir gerade nach ewigen Diskussionen geeinigt hatte, dass ich wieder nicht wusste, welcher es denn nun war …

Mittlerweile ist auch das Problem behoben, mit neuem Scan meines rechten Daumens warten viele, viele tolle Filme auf mich, wenn ich am kommenden Wochenende mutterseelenallein die schlaflosen Nächte rumbringen muss (ist noch jemand schlaflos wenn er niemanden zur nächtlichen Belagerung hat?) …

10 Dinge …

Wenn man abends so an seinem Rechner sitzt, die Nacht vor sich, sich alles nur noch um ein Thema dreht und die Gedanken auf Wanderschaft gehen …

Ja, dann sollte man doch seine ganzen Sehnsüchte festhalten und die dann mit allen Sinnen genießen, wenn es so weit ist. Hier kommt meine Top 10 aller Pläne, Wünsche und Träume für das große DANACH:

1. Frische Luft und Schneeeeeeeeeee und mit kleinen Glücksjuchzern durch glitzerndes Weiß pflügen

2. Ausschlafen am Wochenende, ohne irgendwelche Pflichten

3. Ein Buch von vorn bis hinten auf einen Rutsch auslesen

4. Durch den Wald rennen und den Frühling erschnuppern

5. Tanzen gehen und erst im Morgengrauen ins Bett fallen

6. Meinen Sauna- und Massagegutschein einlösen

7. Die letzte Staffel „Grey’s Anatomy“ schauen und dabei stricken lernen

8. IKEA einen Besuch abstatten

9. Frühjahrsputz in der Wohnung (ja, auch darauf kann man sich freuen, wenn man die Notwendigkeit schon sieht)

10.  BWL-Hefter verbrennen.

Ist irgendwer bei irgendetwas mit dabei???