Das grünste Grün

Noch ganz zerzaust sitzen wir in der Hotellobby unserer Bleibe der letzten beiden Tage und lassen unsere Eindrücke Revue passieren.

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Mit dem Moped haben wir nun nahezu jeden Winkel der trockenen Ha Long Bucht durchstreift. Wie in der gleichnamigen Bucht an der Nordküste ragen tausende Steinkegel in die Landschaft, nur anstelle des Meeres wogen sattgrüne Reisfelder und ein Labyrinth von mehr oder weniger befahrbaren Wegen drum herum. Mangels einer vernünftigen Karte haben wir ausnahmslos jeden dieser Wege erkundet, und die Herzlichkeit der Dorfbewohner stieg mit der Abgelegenheit der Gegenden. Da die Wege im Grunde Dämme durch das Seen- und Sumpfgebiet sind und nicht selten nichts als Zufahrten auf einsame Bauernhöfe, mussten wir halt ab und zu umdrehen. Grandios war der Augenblick, als uns eine ältere Dame mit ihrem Bötchen über einen dieser Kanäle übersetzen wollte und stur behauptete, das Moped sei überhaupt kein Problem. Ihr Mann dagegen fiel ihr in den Rücken und erklärte mir mit Händen und Füßen, dass der Weg zurück auf den rechten Weg recht lang sei. Alles in allem haben wir auf unseren Touren hautnah das ursprüngliche Vietnam kennengelernt, was ein wohltuender Gegensatz zur hektischen Touristenhochburg und Großbaustelle Ninh Binh war.

Heute konnten wir übrigens zum ersten Mal Bekanntschaft mit der Sonne machen! Der Norden ist – wie schon erwähnt – sowieso kühler, aber Berichte anderer Reisender von tagelangem Dauerregen und andauernder Kälte hatten uns schon Angst gemacht. Umso erfreulicher war das allerschönste Fotowetter heute.

Hier in Vietnam kommt man recht schnell mit einer düsteren Legende in Berührung, die man sowieso nicht glaubt oder eigentlich eher in unkultivierten Ecken Chinas vermuten würde: Man kann in Vietnam Hund essen. Und das ist nicht etwa verborgen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit möglich – nein, in Hanoi gab’s den besten Freund des Menschen am Stück gebacken. Zuerst staunte ich ja kurz, wie die bei dem Spanferkel den Ringelschwanz gerade bekommen haben, aber dann kam die Erkenntnis mit Entsetzen. Und hier in Ninh Binh steht Hund auch ab und zu auf den Werbetafeln der Restaurants. Wo ich sonst recht schmerzfrei im Entdecken von Neuem bin, könnte ich wohl nicht ruhig sitzen bleiben, wenn jemand neben mir ein Stück Bello verspeist. Womit man allerdings nie etwas falsch machen kann und das hier in Vietnam so verbreitet ist wie Brötchen beim Bäcker in Deutschland, ist Pho Bo, eine Nudelsuppe mit Rindfleisch. Das gab’s grad eben wieder, um ohne Magenknurren die 12 Stunden Sleepers-Bus-Tour über die Runden zu kriegen.

Morgen werden wir dann den Tag in Hue willkommen heißen – schenkt man dem Namen des Flusses Glauben, der durch Hue fließt werden wir die nächsten Tage berauscht verbringen – am Fluss der Wohlgerüche. Bis dahin – tam biėt und liebe Grüße!

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Ein Kommentar zu „Das grünste Grün

  1. heho, schoen das ihr es auch schon in die trockene halong bucht geschafft habt. wir hoffen, ihr habt auch den nationalpark mitgenommen, der lohnt sich wirklich. ansonsten noch viel spass in vietanm und geniesst das gute essen.
    liebe gruesse von den dreien aus der baumwipfelwohnung

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