Ein Schal fürs Leben (RUMS#50/16)

Der BRIGITTE Schal fürs Leben

Der BRIGITTE Schal fürs Leben

Ein faules Handarbeitsjahr liegt hinter mir. Zwei Kleider (von denen nur eines tragbar ist), zwei Schals – aber immerhin eine kleine gehäkelte Obst- und Gemüsekiste habe ich selbst gewerkelt. Dabei lag es noch gar nicht an fehlender Muße. Vielmehr fehlte mir die Zeit oder einfach die Energie, mich noch an die Nähmaschine zu setzen. Es türmen sich also tolle Stöffchen und einige schicke Schnittmuster, die auf ihren Einsatz warten. Und schließlich kommen die Kinder erst jetzt in das Alter, in dem Mamas Einsatz auch gewürdigt wird und selbstgenähte Kleider mit Freude getragen werden (das ist jedenfalls meine Hoffnung).

Auf meine wenigen Schätze bin ich dafür umso stolzer. Letzte Woche um diese Zeit habe ich die Fransen meines neuen Halswärmers gerade geschnitten und habe mich auf den Samstag gefreut. Am 10. Dezember ist nämlich der internationale Tag der Menschenrechte, und auf diesen Tag haben die Frauenzeitschrift BRIGITTE und die Kinderrechtsorganisation Save the Children ihren Aktionstag für den „Schal fürs Leben“ gelegt. Die schöne Aktion fand in diesem Jahr zum dritten Mal statt, und ich wurde wie in den Jahren zuvor in meinem kleinen Wolle-Lädchen im Veedel darauf aufmerksam. Für den Schal fürs Leben hat dieses Mal die BRIGITTE-Redaktion das Design entworfen. Entstanden ist ein kunterbuntes Teil, das – ganz ungewöhnlich – längs gestrickt wird. 174 Maschen, 32 Reihen, jede in einer anderen Farbe. So ungewöhnlich, dass ich zuschlagen musste, auch wenn ein Schal so gar nicht auf meiner To-do-Liste stand.

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Das Stricken machte Spaß – und dabei auch nachdenklich. Denn der Schal fürs Leben ist eine Aktion, die auf das Leid syrischer Flüchtlingskinder aufmerksam machen und helfen möchte. 10 Euro des Preises für das Wollpaket gehen direkt in die Nothilfe von Save the Children für syrische Flüchtlingskinder. Alle Beteiligten unterstützen die Aktion unentgeltlich.

Vor zwei Jahren habe ich mir schon den Schal fürs Leben gestrickt. Und auch dieses Jahr habe ich am 10. Dezember den Schal getragen. Ich mag ihn sehr, er ist mit seinen Farben und dem Muster eine schöne Abwechslung in meinem (öhm, überquellenden) Schal-, Tücher- und Loop-Lager. Von allen Farben habe ich noch etwas da, sodass eines meiner Kinder auch noch ein kleines ‚Schälchen‘ bekommen wird.

Und mit meinem Schal fürs Leben hüpfe ich noch schnell rüber zu RUMS.

Mehr zur Aktion „Ein Schal fürs Leben“ hier.
Die Wolle habe ich hier gekauft.

 

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RUMS: Meine erste Shelly

Der Titel lässt es schon erahnen: Mein erstes Teil, das ich für mich selbst genäht habe, wird nicht das letzte geblieben sein. Auch wenn die Puffärmel und die Raffung am Rollkragen viele Schweißperlen gekostet haben und mich der sich einrollende Jersey schier wahnsinnig gemacht hat – vor Schreck habe ich das Bauchbündchen erst verkehrt herum angenäht und musste es abschneiden – so finde ich diesen ersten Versuch recht gelungen und bin ein wenig stolz, wie schön das Shirt geworden ist.

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Irgendetwas zwischen Matrosenmädchen und Rabe Socke – ich mag die frühlingshafte Farbkombi und liebe meine erste Shelly schon jetzt.

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Schnittmuster: Shelly von jolijou über farbenmix
Stoffe: dunkelblauer Jersey und Ringelbündchenstoff von myo-stoffe

Und damit bin ich zum ersten Mal beim RUMS dabei.

Eure Kathleen

Häkeln – eine ganz große Liebe

Ein wenig hatte ich Angst vor dem Beginn meines Mutterschutzes. Schließlich hatte ich seit dem Abitur keine Freizeit mehr, die länger als drei Wochen andauerte. Mit großer Babymurmel konnte ich noch nicht mal mehr längere Autofahrten planen, um Freunde zu besuchen, geschweige denn eine Reise antreten. Es ging mir prima, es war tiefster Winter, und ich durfte nicht mehr arbeiten. Wohin also mit der vielen Zeit?

haekeln_babydeckeInspiriert von einigen tollen Mädels auf Instagram (vor allem Marzi, Eva und Stephanie) stand ziemlich schnell fest: Ich werde meinem Nestbautrieb fröhnen und eine Babydecke häkeln. Schließlich hatte ich Häkeln als Kind gelernt und damals für einfacher als Stricken und Nähen befunden. Ich stöberte also in der Handarbeitsabteilung der ansässigen Buchhandlung und fand ein tolles Buch mit vielen einfachen Einsteigerprojekten. So entstanden die ersten Loops mit festen Maschen und halben Stäbchen, quasi als Übungsstücke. Wolle hatte ich von früheren, misslungenen Strick-Ambitionen noch genug. Dann kaufte ich Wolle in gelb, grün und grau – und los ging’s.

haekeln_lilaSeit einigen Monaten entstehen nun hier in der gemütlichen Ecke unserer Couch nicht nur Babydecken, sondern vor allem Mützen, Loops, Zpagetti-Körbchen, Loops, Amigurumis, Eierwärmer, Mützen, Hausschuhe (ja, auch die kann man häkeln) und Mützen. Weil man mit der Häkelnadel aber nicht so schön klappern kann wie mit Stricknadeln, habe ich mir auch das Stricken wieder beigebracht. Und weiter Loops kreiert. Die ganz große Liebe aber ist und bleibt das Häkeln. Die Stücke sind schnell fertig und ich mag die Muster, die mit wenig Aufwand entstehen.

haekeln_eierwaermerDa aber weder mein Kleiderschrank noch der Kölner Winter so viele Loops und Mützen vertragen, wie ich im vergangenen Jahr produziert habe und ich auf vielen Mama-Blogs und bei Instagram immer wieder wunderhübsche selbstgefertigte Babyklamotten bewundert habe, ließ ich mir vor einigen Wochen zu meinem Geburtstag eine Nähmaschine schenken. Ich habe zwar einen riesigen Respekt vor dem Umgang mit einer Nähmaschine – in der Vergangenheit habe ich da kein so gutes Händchen bewiesen. Aber ich bin gespannt und habe große Lust aufs Nähen.

Aber eine alte Liebe rostet nicht, so dass ich hier immer mal wieder zeigen werde, was mir so von der Nadel hüpft. Auch Anleitungen wird es geben. Da meine Platzkapazitäten für warme Winteraccessoires nun doch erschöpft ist, könnte ich als nächstes eine Decke in Angriff nehmen. Ihr dürft gespannt sein.

Und was macht Ihr so, abends auf der Couch?

Kathleen